Mutter sein ?!

Meine Kinder sind heute erwachsen, 20 und 22 Jahre alt. Sie sind aber immer noch meine Jungs und Sie kommen und fragen, wenn Sie mal nicht weiterwissen. Sie teilen Ihre Sorgen und Ihre Hoffnungen mit uns und lassen uns teilhaben an Ihrem noch so jungen Leben. Wenn ich Sie heute sehe, frage ich mich manchmal wie ich es geschafft habe, Sie auf dem Weg zu so großartigen Menschen zu begleiten, neben Beruf, Haushalt, Garten, Tieren. Sie sind "gute" Jungs, der Große hat Schule und Studium abgeschlossen, der Jüngere ist noch fleißig am Studieren. Sie sind anständig mit anderen Menschen, und sind auf dem Weg auch beruflich, Sie wissen um die Natur und das Leben mit Tieren. Das klingt alles so einfach, fast wie aus dem Bilderbuch. Wer uns aber kennt weiss, wie holprig dieser Weg oft war, und wie ungewiss der Ausgang. 

Meine beste Freudin sagte mir vor langer Zeit einmal als ich echt am Verzweifeln war: " egal was Du tust um Deinen Kindern beizubringen ein guter Mensch zu sein Du weißt, dass Du Deine Kinder liebst!" Ich fand diese Affirmation des "Du weißt" unglaublich beruhigend und hilfreich. Oft hadern wir Frauen heute mit dem Mutter sein, den Anforderungen die an uns als Frau gestellt werden. Es sagt einem auch keiner wie anstrengend es ist Kinder beim Groß werden zu begleiten. Auch heute noch empfinde ich das Bild der "Mutter" als komplett verklärt. Du lässt als Frau mehr Energie, mehr Selbst und mehr Lebenszeit auf der Strecke als die meisten Männer es je tun werden, um Kinder zu lieben und zu erziehen. Die meisten Familien können es sich heute gar nicht mehr leisten, dass die Mutter nicht arbeitet. Also arbeiten wir, machen den Haushalt, erziehen die Kinder, gehen mit dem Hund spazieren, kaufen ein und kochen leckere Mahlzeiten .....  Und das ist einfach nur anstrengend. Punkt ! Kinder streiten, Sie messen Ihre Kraft bei Rangeleien, und während wir noch versuchen nach dem Schlichten unsere Nerven nach Krach und Krawall zu beruhigen, sitzen die Streithähne oft schon wieder zusammen und spielen. Kinder wollen nicht einsehen, nicht hören, Kinder messen sich nicht nur mit Geschwistern und Schulkameraden, sondern reiben und probieren Ihre Grenzen auch mit uns. Es sind nicht nur "süße Kleine", es sind Persönlichkeiten von Minute 1 an!  Das Spektrum des menschlichen in alle seinen Facetten gehört zu jedem Kind dazu, und am Ende des Tages muss man es nur überleben, ohne sich zu verlieren! In diesem ganzen Prozess leidet oft auch die Partnerschaft, es ist nicht immer einfach der gleichen Meinung zu sein. Wir als Mütter sind emotional viel gebundener, Väter können Dinge einfacher mit Abstand betrachten und einordnen. Beides braucht man, um Kinder zu erziehen, und dennoch macht es das Leben in der Familie oft kompliziert. 

Wir haben unsere Kinder als Paar erzogen. Die Geburt meines 2ten Sohnes ist gleichzeitig der Start unserer Selbstständigkeit mit diesem Shop und unserem Großhandel. Wir würden es wohl immer wieder so machen. Aber es hat Kraft gekostet, uns Beide ... und es hat unsere Partnerschaft wiederholt zum Wackeln gebracht. Als Mutter, als Frau wird von uns erwartet alle Eventualitäten zu meistern, liebevoll zu sein, zu geben, zu bestehen. Der einzige Weg, den ich im Rückblick sehe wie das gelingen konnte, ist das ich es immer wieder geschaft habe wie Wasser zu sein. Nicht wie Holz, unflexibel und starr. Auf meine Rechte als Frau zu beharren in manchen Situationen,  hätte nicht zur Lösung beigetragen. Wasser fliesst, es strömt und strudelt und es sucht immer den besten Weg durch steiniges Gelände, aber es bricht nicht. Dennoch höhlt es den stärksten Stein mit seiner Kraft. Diese bewegliche Kraft macht uns als Frauen aus, und stärker als wir glauben. Sie hilft uns Mutter und Partner zu sein und unsere Kinder auf Ihrem Weg zu begleiten. Sie hilft uns Streit, Tränen und Zurückweisung unserer Kinder zu ertragen, denn am Ende sind wir als Mutter immer die stete und verlässliche Komponente, auf die unsere Kinder bauen. Ich bin überzeugt je mehr ich auf meine "Frauenrechte" bestanden hätte, je mehr wäre ich an Ihnen zerbrochen. Niemand von uns muss eine "Übermutter" sein und alles schaffen, keine von uns ist eine "Rabenmutter" weil Sie arbeitet und keine Zeit zum Basteln und Backen hat. Je mehr wir uns als Mensch treu bleiben und uns dem Strom des täglichen anpassen und mit der Zeit gehen, desto ein besseres Vorbild sind wir für unsere Kinder. Sei Du und Deine Kinder werden verstehen, dass das auch beinhaltet das Du mal keine Lust oder Zeit hast "Mutter" zu sein.

Ich persönlich bin und war gerne Mutter, aber ich war auch immer gerne mal einfach Ich!

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