Nachhaltiges Spielzeug - gestern und heute

Es wird soviel geredet und wenig getan - das ist der Eindruck den wir Aufgrund der extremen Wetterphänomene mittlerweile haben. Was können wir als einzelne oder als Familie tun, um ein winziges Rädchen in Raum und Zeit in Bewegung zu setzen. Gefühlt wenig, und kommt es dennoch darauf an? Ich denke schon, denn jeder kann in seinen Gewohnheiten etwas ändern ohne groß verzichten zu müssen. Das müssen wir uns nur bewusst machen!

Wenn es um Kinderspielzeug geht, sollte unsere oberste Priorität nicht unbedingt nur der ökologische Gedanke sein. Viel wichtiger ist die Frage, was kann das Kind mit dem Spielzeug machen, wie lange wird es sich damit beschäftigen, in welche Spiele kann es das Produkt integrieren und kann ein anderes Kind es nachher auch verwenden und damit Freude haben. Ist ein Geschenk das vielleicht etwas mehr kostet besser,  oder will mein Kind lieber ständig eine Kleinigkeit das seine Aufmerksamkeit aber nur kurz einfängt? Am Ende dieser Überlegungskette wird es ein nachhaltiges und ökologisches Produkt sein. Denn nur ein solches Produkte entspricht den Kritierien der Haptik, des nachhaltigen Spielens und der Langlebigkeit. 

Ich kann aus meiner Erfahrung als Mutter von 2 Söhnen folgende Anekdote dazu erzählen: Ein Weihnachten hatte mein Großer sich eine Autobahn mit Dino in den Kopf gesetzt. Das war eine Fahrbahn auf der man Metallautos fahren lassen konnte, die dann in den Rachen eines Dinos fuhren und unten wieder rausplumpsten. Wir waren eigendlich nicht überzeugt, aber der Wunsch war riesig. Also haben wir uns durchgerungen und das Teil für 70 € stand unter dem Weihnachtsbaum. Die Freude war riesig ..... gespielt hat er genau 2 x damit. Man konnte nichts umbauen, nichts verändern und eigendlich war es langweilig. Der andere bekam einen großen Kasten Kapla Bausteine die beide bis in die Pubertät nutzten. Die Autos konnten auch hier in selbstgebauten Parkhäusern und Straßen fahren. Die Steine sind heute gut in einer Kiste verwahrt und warten auf die nächste Generation. 

Auch in der Spielzeugindustrie wird viel produziert was für Kinder zwar ein kurzer Anreiz ist, aber nicht nachhaltig wirkt. Holzspielzeug ist daher nicht umsonst ein Klassiker den es seit Jahrhunderten gibt, während schrilles aus Plastik schnell wieder verschwindet. Holzautos, Bauklötze oder Dominobahnen dagegen werden ewig genutzt - immer wieder rausgeholt oder dienen als Dekoration und Handschmeichler. Es werden zwar viele Holzspielzeuge auch in China produziert, weil dort die Produktion günstiger ist, und nicht jeder die Preise europäischer Produktion bezahlen kann. Das tut aber der Qualität des Spielzeugs keinen Abbruch. Auch in China achten Holzspielhersteller auf gute Qualität und ordentliche Verarbeitung ohne Gifte und Chemikalien - Europa ist ein wichtiger Absatzmarkt und hat strenge Vorschriften die auch in fernen Ländern eingehalten werden müssen, wenn man in die EU liefern möchte.  Aber viele Spielzeuge aus Holz kommen immer noch aus Europa. Firmen wie Bajo, Grimms oder Nic produzieren in Deutschland, Polen oder Rumänien. Das ist erstens Näher, also der ökologische Footprint kleiner und meist kommen die verwendeten Hölzer aus nachhaltiger Forstwirschaft. Mittlerweile wird viel Gummibaumholz für die Produktion von Spielzeug verwendet. Es handelt sich um ein Hartholz und ist in Asien ein Abfallprodukt der Kautschukproduktion. Firmen wie Plantoys und Tender Leaf Toys verwenden vorwiegend diese Hölzer. Auch die Produktionsstandards sollten in die Überlegung beim Kauf der Spielzeuge eine Rolle spielen. Faire soziale Standards und Arbeitsbedingungen sind für uns eine Selbstverständlichkeit und für die Hersteller mit denen wir arbeiten auch. 

Für Kinder ist es wichtig sich auf ein Spielzeug einzulassen, es zu begreifen und sich auch damit zu begnügen. Mangel schafft Erfindungsgeist - ich habe meinen Jungs immer gesagt, wenn Sie kamen und sich über Langeweile beschwerten: "Super, dann fällt Euch bestimmt bald was ein!" - und so war es auch meistens. 

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